28 Apr

Bio: Hoffnung für die Zukunft?

Zum Thema „Bio“ kursieren die unterschiedlichsten Meinungen und auch die unterschiedlichsten Gerüchte. Die einen sind überzeugt davon, dass Bio Landbau der einzig gangbare Weg ist, die anderen werden nicht müde, verschiedenste missbräuchliche Vorgangsweisen ans Licht zu bringen, um zu beweisen, dass Bio nicht besser ist als alles andere. Soviel gleich vorweg: Ja, mit Bio wird viel Schindluder getrieben, ja, die gesetzlichen Bestimmungen und die Ausweisungszertifikate für Bioprodukte sind von Land zu Land so verschieden, dass man keine durchgängige Qualitätsrichtlinie feststellen kann. Dennoch: Wenn man vergleicht, wie in vielen Ländern herkömmliche Gemüse und Obst produziert wird oder Tiere gehalten werden, dann muss man fordern, dass Bio der Standard wird, weil es zumindest eine Veränderung zum Besseren bedeutet.


Als Laie darf man sich bewusst machen: Bio ist nicht einfach nur, plötzlich auf Industriedünger und Insektizide zu verzichten. Bio bedeutet mehr und das wirkt sich positiv nicht nur auf die Qualität unserer Lebensmittel aus. Wer auf Bio Landbau umstellt, muss sich mehr um Böden und Äcker, um Fruchtfolge und Nützlinge kümmern, um ertragreich anbauen zu können. Spezielle Bodenbearbeitungsgeräte sorgen dafür, dass der Boden besser durchlüftet wird und Gräser und Nutzpflanzen somit besser wachsen, ohne künstliche Düngemittel zu benötigen. Damit allein wird die Lebensqualität der Flora und Fauna in der näheren Umgebung erheblich verbessert, Pflanzen und Tiere, die in der herkömmlichen Landwirtschaft keinen Platz mehr haben, dürfen sich wieder ansiedeln. Die Biodiversität steigt.

Denn das ist ein Faktor, den wir gern einmal vergessen: In der herkömmlichen Landwirtschaft mit monotonen Flächen oder Turbo Viehzucht sinkt die Biodiversität rapide und wir als Konsumenten und Konsumentinnen bekommen kaum mit, dass wir aufgrund unseres Wunsches, alles möglichst billig kaufen zu können dafür sorgen, dass die Artenvielfalt in einem Großstadtpark dann meist höher ist als „draußen am Land“. Hier darf schnellstens umgedacht werden und das ist der Grund, warum ich überzeugt davon bin, dass Bio die Zukunft ist. Nicht für uns und nicht für unsere Kinder, sondern für all die Arten, die nun bedroht sind, weil wir ihnen den Lebensraum entziehen.

Warum ich überhaupt auf dieses Thema komme?

Nun, zunehmend beobachte ich Bekannte, die nun ihren Lebensabend antreten und sich in ihre gepflegten Golfrasengärten mit Swimmingpool zurückziehen. Sie begreifen selbst im Alter noch nicht, dass es zum einen an uns als Konsumenten liegt, wie es weitergeht auf dieser Welt, zum anderen aber auch als Gartenbesitzer. Solange die Landwirtschaft so weiter betrieben wird, wie bisher, sind wir als Kleingärtner in der Verantwortung, Lebensräume zu erhalten.

Und mein Wunsch für unser Altersprojekt ist klar: Ein Garten voller „Unkräuter“ Blühpflanzen, Beete und Insektenhotels, in dem es keinen Quadratmeter öden Rasen gibt.

Mit besten Grüßen

Eure Celine.

19 Mrz

Inklusion und was das mit einem Türschild zu tun hat

Letztens hatte ich eine sehr interessante Diskussion mit einer Dame, die sich für das Thema Inklusion einsetzt. Inklusion – was ist das überhaupt? Im Gegensatz zu „Integration“ zielt auf die „persönliche Anpassungsleistung“ eines Menschen ab, das bedeutet, dass Unterstützungen zur Integration immer darauf hinausführen, dass ein Mensch sich bestmöglich an die vorhandene gesellschaftliche Situation anpasst. Inklusion hingegen bedeutet, dass von vornherein keine Person aus dem alltäglichen gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wird, indem das System dementsprechend angepasst ist und sich in einer dauernden Veränderung befindet.

Die Dame, mit der ich sprach, sitzt im Rollstuhl und erklärte diesen Unterschied anhand ihrer eigenen Situation. Wenn es für Menschen mit Behinderung, welcher Art auch immer, im Alltag keine Schwierigkeiten mehr gibt und sie sich frei bewegen können, ohne auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein, dann wäre das Inklusion. Dazu gehört aber auch, dass diese Form des „behindertenfreundlich gestalteten Alltags“ nicht mehr als milde Gabe und Entgegenkommen, sondern als Selbstverständlichkeit betrachtet wird. Immerhin leben in Deutschland knapp acht Millionen schwer behinderte Menschen, das sind etwas mehr als 9% der Bevölkerung, in Österreich leben etwa 630.000 Menschen mit einer schweren Behinderung, insgesamt zählen die Menschen mit Behinderung in Österreich knapp 1,3 Millionen. Das sind fast 20% der Bevölkerung, die immer noch als „nicht normal“ wahrgenommen werden!. Und nicht zu vergessen, denn das ist der Punkt, der mich noch lange nach unserem Gespräch beschäftigte, diese Zahlen steigen mit zunehmendem Alter der Bevölkerung.

Mit dem Unterschied, dass über ältere Menschen grundsätzlich nicht im Sinne der Integration oder Inklusion nachgedacht wird. Klar, die Älteren kämpfen nicht oder kaum für ihre Rechte, bei alten Menschen wird immer noch einfach hingenommen, dass sie dies oder jenes nicht mehr machen können und wenn man viel Glück hat, wird man von der eigenen Verwandtschaft oder in einer Einrichtung überhaupt noch als Mensch gesehen – und nicht nur als Belastung. Nach diesem sehr intensiven Gespräch kam mir in den Sinn, wie es wohl wäre, wenn Rollstuhlrampen genauso normal wären wie klare und gut sichtbare Beschilderungen, mit denen nicht nur Sehbehinderte, sondern auch alte Menschen gut umgehen können. Was wäre, wenn Büroschilder und andere Türschilder grundsätzlich besser lesbar wären, genauso wie die Beschriftungen in U-Bahnen und auf Bushaltestellen? Wer jemals seine Brille zu Hause vergessen hat, wird mir beipflichten – das Leben da draußen kann auch ohne schwere Behinderung die Hölle sein. Es genügt, wenn man einfach älter wird und versucht, im Supermarkt die Herkunft eines Gemüses herauszufinden, das in einer Zweipunktschrift auf der Packung vermerkt ist.

Haben nur junge, gesunde Menschen das Recht, sich gut zu informieren? Was, wenn älter werden einfach dazu gehört und sich die Gesellschaft entsprechend verändert? Und nicht wir Älteren alles daran setzen müssen, möglichst lange jung zu wirken und mit aller Kraft zu tun, als würden wir das alles locker schaffen? Das tun wir nämlich nicht. Es beginnt mit der ärgerlich zu Hause vergessenen Brille, es endet mit Endlostreppen in Ämtern und Institutionen, mit labyrinthartig angelegten Institutionen und einem immer rapider werdenden Zeitdruck. Niemand hat mehr Zeit für lange Erklärungen.

Was wäre, wenn es nicht mehr am Einzelnen liegt, seine Beeinträchtigungen bestens zu kaschieren, sondern an der Gesellschaft, sie einfach anzunehmen? Meine Gedanken an einem trüben Spätwintertag. Und bald wird es Frühling.

Eure Celine

15 Dez

Tiny House Genehmigungen

Bild zur Verfügung gestellt von Obermair Transporte

Als ich das erste Mal auf diesem Blog über Tiny Houses geschrieben habe, war alles noch eine Idee. Mittlerweile ist diese etwas weiter ausgereift, wenn es auch noch kein passendes Grundstück für die Co Aging Idee über Tiny Houses gibt.

Was die Genehmigungen für ein Tiny House angeht, gibt es zwei grundsätzliche Unterscheidungsmerkmale. Diese sind, ob das Tiny House transportabel ist, also auf Rädern steht, oder nicht. Die ursprünglichen Tiny Houses sind alle transportabel – und letztlich sind es auch jene, die keine Räder haben, wenn sie in Containerbauweise gebaut sind, also mit einem Sondertransport angeliefert und auch wieder entfernt werden können.

Hier die ersten baurechtlichen Facts, zur Verfügung gestellt von „Wohnwagon“, einer genialen österreichischen Initiative für alternatives Wohnen:

  • Wohnen am Campingplatz – die einfachste und unkomplizierteste Lösung. Voraussetzung ist naturgemäß, dass Dauercamper eingeplant sind.
  • In Kleingartensiedlungen. Dort ergibt die Idee allerdings nur Sinn, wenn es gestattet ist, dort auch zu WOHNEN – das ist bei vielen Kleingartensiedlungen nicht der Fall!
  • Im Sinne der Nutzung „Grünland Land- und Forstwirtschaft“ gibt es Sonderlösungen, die das Aufstellen und Bewohnen eines Tiny Houses gestatten, wenn durch das Gebäude die Pflege der Fläche sichergestellt ist. Wer also als Förster, Jäger oder landwirtschaftlicher Helfer arbeitet, hat gute Karten
  • Temporäres Wohnen. Dabei handelt es sich um eine Sonderlösung, die es gestattet, das Tiny House für einen absehbaren Zeitraum aufzustellen und zu bewohnen, zum Beispiel, weil das entsprechende Grundstück bereits als Baugrund gewidmet ist, aber noch keine Bautätigkeit stattfindet.
  • Amtliche Baugenehmigung. Die langfristigste aller Lösungen ist auch die komplizierteste und nicht alle Tiny Houses entsprechen den Anforderungen. Dazu – und zu allen anderen Punkten – kann man bei Wohnwagon genaue Auskunft geben und man hilft auch beim Behördenkram, eine große Erleichterung.

Wie kommt das Tiny House an seinen Bestimmungsort?

Nachdem ein Tiny House keine Hundehütte ist, die man eben mal im Baumarkt kauft und nach Hause transportiert, darf man sich über den Transport Gedanken machen. Ein Tiny House auf Rädern kann man, so es den straßenverkehrstechnischen Voraussetzungen entspricht (keine Überbreite hat) mit dem Anhänger transportieren. Dafür braucht man ein Zugfahrzeug, das man auch lenken darf. Wer noch nie mit einem Anhänger gefahren ist, sollte sich einen Profi für den Transport suchen.

Ein Tiny House, das nicht auf Rädern steht, muss mit einem Lkw angeliefert werden und dazu darf man sich einen Experten für Sondertransporte suchen. Je nach Größe des Hauses bedarf es dann auch noch eines Begleitfahrzeuges. Ihr seht also, hier spielen einige Faktoren mit. Die gute Nachricht: der Händler oder Hersteller, bei dem man das Tiny House kauft, bietet entweder den Transport mit an oder kennt sich mit den landesspezifischen Bestimmungen aus.

Man darf also getrost nachfragen!

Mehr zu den Tiny Houses in Bälde – und schöne Weihnachten!

Eure Celine.

10 Jul

Sport und das Geheimnis der Gruppendynamik

Letztens bekam ich eine Einladung von einem Online Fitnesscoach. In der Gruppe war ich mit 51 die Älteste, fühlte mich aber pudelwohl und war ganz angetan von der Gruppendynamik, die auch online entstehen kann. Tatsache ist: Wer mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen hat, tut sich in Gruppen immer leichter als allein.

In der Gruppe fällt es leichter, sich an Termine zu halten. Das Training findet an diesem Tag um diese Uhrzeit statt und da finden sich alle ein die teilnehmen wollen. Wenn man allein trainiert, ist die Versuchung groß, einen Termin ausfallen zu lassen oder zu verschieben – so lange, bis er ausgefallen ist.

Fit mit den Jahren – in der Gruppe

Meiner Meinung nach ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben und das bedeutet keineswegs, dass man der örtlichen Senioren Turngruppe beitreten muss und sich dort wöchentlich langweilt. Älter werden ist heute anders, als noch vor 20 Jahren, die Ansprüche an die eigene Gesundheit, körperlich wie auch geistig, sind gestiegen. Menschen, die heute 70 werden, wollen sich nicht mehr mit altersbedingten Gebrechen abfinden, sondern früh genug etwas dagegen unternehmen. Umso wichtiger ist es, herauszufinden, was das sein könnte und eine Gruppe zu gründen, in der man das machen möchte.

Egal, ob man gemeinsam Rad fährt, die Berge erklimmt oder Fitnesseinheiten durchzieht, in dem Augenblick, in dem man das nicht mehr alleine machen muss, fällt es leichter, macht mehr Spaß und bringt, mit der richtigen Gruppe, auch mehr Bestätigung.

Viele Menschen, die in der Gruppe Sport betreiben, gründen tatsächlich einen Verein oder lassen sich gemeinsam Sportbekleidung bedrucken, um die Gruppenzusammengehörigkeit zu unterstützen. Das kann man auch bei regionalen Unternehmen, die gute Bekleidungsqualität liefern, sodass das gemeinsame Sporteln so richtig Freude macht.

Was mir all diese Ansätze zum Thema Co-Aging zeigen, ist, dass es, wenn man sich zu so einem Projekt entschließt, wichtig ist, sich der Gruppe bewusst zu werden und das auch nach Außen zu zeigen. Egal, ob sich das nun über die Kleidung bei Veranstaltungen, über gemeinsam organisierte Gruppenevents oder über etwas anderes äußert. Co-Aging ist eben mehr, als gemeinsam Wohnungen zu bauen, die auch im Alter bequem zu nutzen sind. Wie diese gemeinsamen Aktivitäten aussehen können und wo dann die Individualität bleibt, dem widme ich mich im nächsten Beitrag!

Eure Celine.

11 Okt

Smartphone und der Sprung ins 21. Jahrhundert zum Nachdenken

Das Smartphone, leidiges Thema unter all jenen, die jetzt jenseits der 50 sind. Wir sind nicht mit Mobiltelefonen und Computern aufgewachsen. Uns wurden diese Dinge auch nicht aufgedrängt und wer Lust hatte, sich Computerkenntnisse anzueignen, der musste sich selbst darum kümmern.

All jene, denen diese Dinge nicht nur nahegelegt wurden, sondern die sich ein Leben ohne Computer und Smartphone nicht einmal mehr vorstellen können, sind heute nicht über 35. Und wir, „die Alten“, wir teilen uns in zwei Lager. Die einen, die auf den neuen Trend aufgesprungen sind, weil die Telefone dieser neuen Generation so ziemlich alles können und das Leben angeblich erleichtern, die anderen, die dieser Entwicklung sehr skeptisch gegenüberstehen. Die es kritisch beäugen, wenn auch in ihrem Freundeskreis kein normales Gespräch mehr möglich ist, weil jeder Satz mittels Bildern und Videos aus dem kleinen Kasten unterstrichen werden muss, wenn auch in ihrem Freundeskreis keine Sekunde mehr nachgedacht wird, sondern sofort und eifrig recherchiert und all das aus dem Netz gesaugte Wissen widerstandslos als Wahrheit angenommen wird.

Die philosophischen Überlegungen zu diesem Thema haben mich und meine Freundesrunde schon längere Zeit beschäftigt. Wollen wir nun auch ein Smartphone? Oder halten wir es weiter aus, als rückständig und „aus dem letzten Jahrtausend“ bezeichnet zu werden? Und geht es überhaupt um diese Unterscheidung?

 

APP für Hundefreunde: Überzeugung

Man wird es kaum glauben und ich mache kein großes Geheimnis daraus: Überzeugt hat mich nun eine APP für Hundefreunde. Als Hundeliebhaberin bin ich natürlich ständig mit der Frage befasst, wohin kann ich den Kleinen mit auf Urlaub nehmen, wo gibt es dort eine Hundewiese, wo ist der nächste Tierarzt. Wenn man im Notfall den Computer anwerfen muss, sich dort die nächste Tierklinik heraussucht und die Infos dann auf einen Zettel kritzelt, so ist das zwar alltagstauglich und abenteuerlich, doch sehr nervenaufreibend. Mit einer APP am Telefon wäre das bedeutend einfacher.

Die APP, die mich überzeugt hat, heißt „SPOGGY“ und bietet alles, was Hundehalter wissen möchten. Die APP vom Hundehotel bis zum Hundeshop bringt Hundeliebhabern die besten Infos vor Ort direkt auf ihr Smartphone. Ich habe die Sache mal mit Hundehotels und Hundebadestränden getestet und war äußerst erfolgreich, da dürfte der Rest also ebenfalls spitze funktionieren. Und mich hat dieses Ding nun also überzeugt – mir ein Smartphone zu kaufen. Willkommen im 21. Jahrhundert. Obwohl, da fühlte ich mich vorher auch daheim.

Eure Celine.

27 Mai

The Voice of Peace

Liebe Freunde, vielleicht hat einer oder eine von Ihnen die spannende Sendung auf ARTE gesehen, die mich seit einigen Wochen bewegt. „The Voice of Peace – Der Traum des Abie Nathan“ ist ein Dokumentarfilm über den Friedensaktivisten Abie Nathan, der ehemalige Kampfpilot, der wusste, dass Krieg nur Schaden bringt.

Um seine Ideen vom Frieden und vor allem vom Frieden im Nahen Osten, zu verbreiten, gründete er 1973 den Radiosender „Voice of Peace„, der über 20 Jahre lang gute Musik und die Botschaft des Friedens sendete – und zwar außerhalb der 3 Meilen Zone direkt vor Tel Aviv. So konnte keine Regierung rein rechtlich gegen das Sendeprogramm oder Abie Nathan vorgehen, doch er wurde in Israel doch für einige Zeit so etwas wie der Staatsfeind Nummer 1.

Abie war der festen Überzeugung, dass seine Botschaft etwas bei den Menschen bewirken würde und setzte sich aktiv für die Versöhnung zwischen Israelis und Arabern ein. Finanziert wurde der Piratensender durch Werbeeinnahmen und mit diesem Geld unterstützte Abie Nathan auch noch unzählige Projekte auf der ganzen Welt. Er spendete für die Opfer von Erdbeben, Hunger und Krieg in Kambodscha, Bangladesch, Biafra, Kolumbien und Äthiopien und war immer vor Ort, um die Situation einzuschätzen. Und daneben lief der Sender!

Ich war beindruckt von der Dokumentation, angespornt und voller Ideen. Denn wann wäre es nötiger als heute, wieder für den Frieden einzustehen? Es geht um so viel, in Europa und überall auf der Welt. Aber wir, wir können hier in Europa sofort aktiv werden. Ich überlegte, wieviel Zeit – und natürlich Geld – es brauchen würde, eine Internetradiostation ins Leben zu rufen. Das kann doch nicht so schwierig sein! Schon die Recherche brachte mich an den Rande des Wahnsinns und ich stellte fest, dass vielleicht erst einmal ein Sendung bei einem alternativen Radiosender genügen muss.

Hier allein die rechtlichen Grundlagen, und das ist nur ein kleiner Auszug:

http://www.eurolawyer.at/pdf/Rechtsfragen_Webradios.pdf

http://www.radio.at/

https://www.freequenns.at/uploads/media/Grundschulungsskript_Radio_1x1_COMMIT_2014.pdf

https://www.rtr.at/de/m/PrRG

Fra­gen & Ant­wor­ten

Ich habe mal wieder Lesematirial für die kommenden Wochen!

Und so viel ist klar: es mangelt, wenn man sich nicht zu 100 Prozent einer Sache verschreibt so wie Abie Nathan, einfach an der Zeit. So lange wir noch erwerbstätig sind, ist die Zeit begrenzt. Doch das wird mein Traum für unsere Co Aging Community: eine eigene Radiostation. Und wenn wir nur für uns und die Nachbarn senden, was solls. Im besten Falle aber verbreiten wir unsere Botschaft auch hinaus in die Welt.

In diesem Sinne: Frieden!

Ihre Celine

11 Mai

Wenn’s hart auf hart kommt

Ja, liebe Freunde, nun war es eine Weile still um unser Projekt! Das lag zum einen daran, dass ich auf Reisen war, zum anderen daran, dass eine Freundin sich verstärkt um ihre über 90 Jahre alte Mutter kümmern musste.

Kurz vor meiner Heimreise nach Österreich habe ich auf BBC1 eine sehr berührende Radiosendung gehört. Es ging um Angehörige von Alzheimer Patienten und der erste Anrufer, der sich meldete, war der berühmte ehemalige Rennfahrer Jackie Stewart! Der dreimalige Formel 1 Weltmeister ist nun „Sir Jackie Stewart“ und dieser Mann meldete sich, um über sein eigenes Schicksal zu berichten, denn seine Frau Helen ist demenzkrank. Diagnostiziert wurde das vor einigen Jahren, eine Heilung gibt es nicht, wie wir wissen. Der geadelte Rennfahrer hat mittlerweile eine Million Pfund für die Erforschung der Alzheimer Krankheit gespendet, seiner geliebten Helen wird das aber nicht mehr helfen.

Hier geht es zu Jackie Stewarts Geschichte.

Auch einige andere Betroffene meldeten sich zu Wort und erzählten, wie es ihnen in der Betreuung ihrer demenzkranken Angehörigen ergeht oder erging. Diese Geschichten berührten mich sehr und brachten mich auch zum Nachdenken, denn genau das ist es ja, was uns, die wir Co-Aging anstreben, auch zu beschäftigen hat. Die meisten von uns haben keine Kinder oder Kinder, die im Ausland leben, bei einer solchen Diagnose wäre also die einzige Option ein Pflegeheim. Doch ab wann? Ab welchem Zeitpunkt ist man bereit, seine gewohnte Umgebung zu verlassen? Und muss das sein.

Ich habe mich natürlich sofort umgehört. Denn ganz ehrlich: ich möchte mich nicht in der Situation sehen, für einen Mitbewohner eine solche Entscheidung treffen zu müssen, weil er oder sie das selbst nicht mehr kann. Ich bin über ein sehr interessantes Unternehmen gestoßen, das 24 Stunden Pflege in Österreich anbietet.

Ich denke, dass trotz aller positiven Gedanken an eine gemeinsame Zukunft im Alter, dass trotz des Hoffens, dass wir alle gesund und munter bleiben, an so etwas gedacht werden sollte. Ich habe dazu bereits mit meinen Ideenfindern gesprochen und wir wollen nun ein Formular aufsetzen, in dem jeder Einzelne, der sich an unserem Projekt beteiligt, sich für diese 24 Stunden Pflege anmeldet und konsequent dafür ausspricht, sollte er oder sie später nicht mehr in der Lage dazu sein.

Immer noch sehr in Gedanken,

Ihre Celine

09 Apr

Babushka geht online

Dass Altwerden nicht mit Stillstand zusammenhängen muss, erfahre ich immer wieder, wenn ich mit Menschen zu unserem Co Aging Projekt in Kontakt komme. Die Ideen und Pläne, die in diesen Gesprächen auftauchen, begeistern mich immer wieder aufs Neue. Menschen, die im Alter beschließen, alle Zelte abzubrechen und um die Welt zu reisen, faszinieren mich ganz besonders und so ist es kein Wunder, dass ich über die berühmte „Babushka“ gestolpert bin. Wer sie noch nicht kennt, hier die Geschichten in kurzen Worten:

Die 1927 geborene Jelena Jerchowa beschloss mit 83 Jahren, ihrer Heimatstadt Krasnojarsk in Sibirien in den kalten Monaten den Rücken zu kehren, weil ihr das Klima zunehmend Kopfschmerzen bereitete. Es begann mit einer Pauschalreise nach Karlsbad und nachdem die Seniorin eine massive Besserung ihrer Schmerzen wahrnahm, beschloss sie, jedes Jahr ins Warme zu reisen. Auf einer ihrer Reisen lernte sie die Moskauerin Jekaterina Papina kennen, die die auf gemeinsamen Ausflügen geknipsten Fotos ins Netz stellte und die damals 89-Jährige zum Internetstar machte.

Heuer wird die „Babushka 1927“, wie sie sich auf Instagram nennt, 91 und denkt nicht ans Aufhören. Mit ihren knapp 350 Euro Pension kann sie an sich nicht viel ans Reisen denken, doch verkauft sie nun Blumen auf einem Markt, um das Budget aufzufetten. Wenn das keine Erfolgsstory in Sachen „Do what you love“ ist!?!?!

Hier geht es zum Instagram Account der Oma mit über 50.000 Followern und klarerweise hat die Babushka, wie sie nun bereits weltweit liebevoll genannt wird, auch einen Youtube Kanal. Die Betreuung der Medienauftritte hat übrigens ihr Enkel übernommen – Hilfe von der jungen Generation braucht es also für ein solches Projekt schon.

Das Thema Reisen ist ja generell eines meiner Lieblingsthemen, Reisen in DIESEM Alter wird noch spannend! In diesem Sinne lassen wir die Woche mit Urlaubplänen beginnen,

herzlichst, Ihre Celine

09 Feb

Treppenlift? Eine gute Entscheidung.

Liebe Freunde, heute komme ich zu einem recht heiklen Thema. Nämlich, was man machen kann, wenn es mit der Mobilität bergab geht und man darum nicht mehr bergauf, sprich, in den ersten oder zweiten Stock kommt. Mit unserem Co-Aging Projekt stehen wir ja zurzeit immer noch an der Entscheidung Haus oder Wohnungen, wo und vor allem: wer. Wir haben ja auch noch Zeit. Wir, die wir uns für dieses Projekt interessieren und stark machen, sind zwischen Mitte 30 und Anfang 50, wir sind fit, wir wollen auch fit alt werden und wir versuchen, uns gesund zu halten.

Leider kann das manchmal anders kommen, als geplant, wie ich im vergangenen Jahr am Schicksal meiner Großmutter erfahren musste. Darum ist hier am Blog auch nicht viel passiert in der Zeit. Von dem abgesehen, dass ich sehr dankbar bin, überhaupt noch eine Großmutter zu haben, wurde mir im vergangenen halben Jahr schmerzlich bewusst, wie rasch das passieren kann mit der Mobilität. Mein Großmutter wird 93 und war bis zum Sommer wirklich topfit, sie ist sogar noch mit dem Fahrrad gefahren. Dann ein Sturz, Wirbel gebrochen, Halskrause über Monate hinweg und sinkende Mobilität. Man konnte förmlich zusehen, wie die Oma immer ungelenker wurde. Und trotz des Wahnsinnsglücks, dass „nicht mehr“ passiert ist, immerhin kann sie wieder normal gehen und ihren Alltag bewältigen, sind nun ein paar Sorgen aufgetaucht.

Radfahren geht nicht mehr, für die Strecken zu Fuß braucht sie eine Gehhilfe und das Treppensteigen wird zur Qual. Nachdem meine Großmutter ansonsten noch gut alleine leben kann, müssen wir als Familie nun aber überlegen, wie sie in ihrem Häuschen auf und ab kommt. Die Grundfläche ist so klein, dass man auf das obere Stockwerk als Wohnfläche nicht verzichten kann. Mein Traum, nun eine elegante Rolltreppe an der Außenwand anzubringen, ist der running gag geworden. Was aber funktionieren kann, ist ein Treppenlift. Und hier gibt es Modelle, die sogar auf kleinstem Raum Platz finden und in schmalen Treppenhäusern unterzubringen sind. Der Experte für Treppenlifte und Sitzlifte konnte mich gut beraten und mir auch die Angst nehmen, dass dann kein Platz mehr im Treppenhaus ist.

Somit ist das Problem meiner Oma gut gelöst und wir sind sehr zufrieden mit der Beratung und dem gewählten Produkt – doch was machen wir gar nicht so Alten mit diesem Erlebnis? Wir haben uns gleich mal zusammengesetzt und überlegt und sind zu einer ersten Entscheidung gekommen: grundsätzlich soll es ein ebenerdiges Objekt werden, es sei denn, wir finden ein sehr altes, sehr schönes Haus, das wir zusammen umbauen können und zu dem man einfach nicht nein sagen kann. Dann würden wir aber die Vorkehrungen für den Treppenlift gleich im Zuge des Umbaus machen.

Tja, manche Erlebnisse lassen einen sehr wach werden. Und alles hat seinen Sinn. In diesem Sinne wünsche ich noch eine schöne Woche!

Ihre Celine.

29 Okt

Gemeinschaftsräume? Brauchen wir!

Wie versprochen, hier bin ich wieder!

Jedoch nicht mit den Nachrichten zur rechtlichen Lage bezüglich Gartenhauskolonie, denn da haben wir in der Zwischenzeit absolut nichts weitergebracht, sondern zur Frage der gemeinschaftlichen Räume. Wie letztens in meinem Artikel zu den Tiny Houses und Gartenhäusern beschrieben, wären diese einzelnen frei stehenden Wohnelemente eine gute Basis für genügend individuellen Freiraum. Trotzdem lebt man aber in einer Gemeinschaft, in der man sich auf die anderen verlassen kann und sie greifbar hat. Der Nachteil der kleinen Wohnelemente ist nun aber, dass, selbst wenn diese jeweils mit Küche und Sanitärbereich ausgestattet sind, kein Platz für gemeinschaftliche Unternehmungen ist.

Wir haben nun eine Liste gemacht, was ein Gemeinschaftsbereich abdecken soll:

  • Einen Sanitärbereich für alle, die mal mehr Platz benötigen, zum Beispiel auch mit Badewanne, Waschmaschine und Trockner.
  • Eine Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsraum, die Küche sollte reichlich Platz für mehrere Köche bieten und mit Geschirrspüler ausgestattet sein. Der Essbereich sollte genügend Platz auch für Gäste bieten, also mindestens für 15 Personen.
  • Der sehr unsexy genannte „Aufenthaltsraum“ sollte mit Fernseher und DVD Player und reichlich Couchplätzen bestückt sein, sodass auch einmal ein gemeinsamer Filmabend drin ist.
  • Wir wünschen und alle einen großen Vorratsraum, in dem Lebensmittel gelagert werden können, denn in den kleinen Wohneinheiten benötigt man den Stauraum sicher für persönliche Dinge.

Nach einer Diskussionsrunde am Wochenende sind wir überein gekommen, dass es für diesen Gemeinschaftsbereich nun doch der klassische Camping Container sein muss. Dazu muss ich noch ein wenig recherchieren, ich habe bisher zwei Anbieter gefunden, einer davon aus Österreich. Also wieder eine Liste anlegen! Diese werde ich nach und nach updaten.

  • https://mobiles.haus/index.html
  • http://www.latra.at

 

Es bleibt weiter spannend, ich bin aber sehr froh, dass wir nun bereits definiert haben, was wir uns GEMEINSCHAFTLICH wünschen. Denn egal, wie die Dinge rundherum dann umgesetzt werden, das Gemeinsame soll es ja geben.

In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Sonntag!

Ihre Celine.